Produktivität steigern: Sage nein!

Der ultimative Tipp, um deine Produktivität zu steigern ist, nein zu sagen.

Etwas nicht zu tun, wird immer schneller sein, als es zu tun.

Die gleiche Philosophie gilt auch in anderen Lebensbereichen. Es gibt zum Beispiel kein Treffen, das schneller geht, als gar kein Treffen zu haben.

Das soll nicht heißen, dass man nie wieder an einem Treffen teilnehmen soll, aber die Wahrheit ist, dass wir zu vielen Dingen Ja sagen, die wir eigentlich nicht tun wollen. Es gibt viele Meetings, die nicht durchgeführt werden müssen.

Wie oft wird man von Leuten gebeten, etwas zu tun, und man antwortet nur: “Sicher doch”. Drei Tage später sind Sie überwältigt davon, wie viel auf Ihrer To-Do-Liste steht. Wir werden von unseren Verpflichtungen frustriert, obwohl wir diejenigen waren, die überhaupt erst ja gesagt haben.

Es lohnt sich zu fragen, ob die Dinge notwendig sind. Viele davon sind es nicht, und ein einfaches “Nein” ist produktiver als die Arbeit, die der effizienteste Mensch aufbringen kann.

Aber wenn die Vorteile des Neins so offensichtlich sind, warum sagen wir dann so oft Ja?

Warum wir Ja sagen

Wir stimmen vielen Bitten zu, nicht weil wir sie erfüllen wollen, sondern weil wir nicht als unhöflich, arrogant oder wenig hilfreich angesehen werden wollen – ob gegenüber seinem Mitarbeiter, seinem Ehepartner, seiner Familie oder seinen Freunden.

Nein zu diesen Menschen zu sagen, kann besonders schwierig sein, weil wir sie mögen und sie unterstützen wollen. (Ganz zu schweigen davon, dass wir oft auch ihre Hilfe brauchen.) Die Zusammenarbeit mit anderen ist ein wichtiges Element des Lebens. Der Gedanke, die Beziehung zu belasten, überwiegt den Einsatz unserer Zeit und Energie.

Aber selbst nachdem wir diese sozialen Erwägungen berücksichtigt haben, scheinen viele von uns den Kompromiss zwischen Ja und Nein immer noch schlecht zu handhaben. Wir finden uns zu sehr an Dinge gebunden, die die Menschen um uns herum nicht sinnvoll verbessern oder unterstützen, und schon gar nicht unser eigenes Leben verbessern.

Der Unterschied zwischen Ja und Nein

Die Worte “Ja” und “Nein” werden im Vergleich zueinander so oft verwendet, dass es sich so anfühlt, als hätten sie im Gespräch das gleiche Gewicht. In Wirklichkeit sind sie nicht nur gegensätzlich in ihrer Bedeutung, sondern von ganz unterschiedlicher Größenordnung in der Verpflichtung.

Wenn Sie nein sagen, sagen Sie nur zu einer Option nein. Wenn Sie ja sagen, sagen Sie nein zu jeder anderen Option.

Mir gefällt, wie der Wirtschaftswissenschaftler Tim Harford es formuliert hat: “Jedes Mal, wenn wir zu einer Bitte ja sagen, sagen wir auch nein zu allem anderen, was wir mit der Zeit erreichen könnten. Wenn Sie sich einmal zu etwas verpflichtet haben, haben Sie bereits entschieden, wie dieser zukünftige Zeitblock verbracht werden soll.”

Mit anderen Worten: Ja zu sagen kostet Sie Zeit in der Zukunft. Nein ist eine Form von Zeitguthaben. Sie behalten die Möglichkeit, Ihre zukünftige Zeit so zu verbringen, wie Sie wollen. Ja ist eine Form der Zeitschuld. Irgendwann müssen Sie Ihr Engagement zurückzahlen.

Nein ist eine Entscheidung. Ja ist eine Verantwortung.

Die Rolle des Nein

Nein zu sagen, wird manchmal als Luxus angesehen, den sich nur die Machthaber leisten können. Und es ist wahr: Es ist leichter, Chancen abzulehnen, wenn man auf das Sicherheitsnetz zurückgreifen kann, das durch Macht, Geld und Autorität geboten wird. Aber es ist auch wahr, dass das Nein nicht nur ein Privileg der Erfolgreichen unter uns ist. Es ist auch eine Strategie, die Ihnen helfen kann, erfolgreich zu werden.

Nein zu sagen ist eine wichtige Fähigkeit, die man in jeder Phase seiner Karriere entwickeln kann, weil sie das wichtigste Gut im Leben bewahrt: Ihre Zeit. Wie der Investor Pedro Sorrentino es ausdrückte: “Wenn Sie Ihre Zeit nicht hüten, wird man sie Ihnen stehlen”.

Sie müssen nein sagen zu allem, was Sie nicht zu Ihren Zielen führt. Sie müssen nein zu Ablenkungen sagen.

Niemand hat diese Idee besser verkörpert als Steve Jobs, der sagte: “Die Leute denken, Fokus bedeutet, ja zu der Sache zu sagen, auf die man sich konzentrieren muss. Aber das bedeutet es ganz und gar nicht. Es bedeutet, nein zu den hundert anderen guten Ideen zu sagen, die es gibt. Man muss sorgfältig auswählen.”

Hier ist ein wichtiger Ausgleich zu schaffen. Nein zu sagen, bedeutet nicht, dass Sie nie etwas Interessantes, Innovatives oder Spontanes tun werden. Es bedeutet nur, dass Sie gezielt ja sagen.

Ein bedeutendes Buch in diesem Zusammenhang, dass ich interessierten Lesern nur an’s Herz legen kann, ist “Essentialism” von Greg McKeown. Darin beschreibt McKeown über die gesamte Länge des Buchs, welche Vorteile ein dezidiertes Nein-sagen mit sich bringen kann und wie diese Strategie in den Alltag integriert werden kann.

Falls Sie wissen möchten, wie man aus diesem und vielen anderen Bücher effektiv die Schlüsselbotschaft filtern kann, lesen Sie gerne meinen Beitrag, wie man Bücher richtig liest.

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